Donnerstag, 11. September 2014

Eine Kuh macht Muh, viel Kühe machen Mühe.

Und das ist auch der Grund, warum mal wieder einige Zeit – jetzt fast ein Monat – vergangen ist, bis ich mich mal wieder einige Zeit hinsetzen konnte, um einen Blog-Eintrag zu schreiben.
Heute regnet es hier nämlich mal wieder munter, aber ich habe zur Abwechslung vom Kälber füttern gerade eben bis zum Mittagessen frei, um ein wenig in die Tasten zu hauen.

Also hey ihr Lieben :) 

Ich habe mir über die fast vier Wochen immer fleißig Notizen gemacht, was ich euch so alles erzählen möchte und was so alles passiert ist, aber es ist einfach viiiiel zu viel, um es alles nieder zu schreiben.

Bei meinen sonntäglichen Telefonaten nach Hause brauche ich schon immer so ungefähr drei Stunden, um alles zu erzählen, glaubt mir, ich könnte einen Roman schreiben, aber ich möchte ja nicht, dass ihr die Lust verliert an einem Tausend-Seiten-Roman, der sich mein Blog nennt :D

Also fasse ich euch das wichtigste mal zusammen:

Es gab bis jetzt nur noch eine tote Kuh, um das weniger Schöne mal an den Anfang zu bringen. Aber ich möchte sie dennoch erwähnen, weil ich ihren Tod doch als recht seltsam empfand. Ich habe sie gefunden und habe mich zu erst gefragt, was da denn passiert ist: In dem Paddock, das die Kühe letzten Sonntag zum Fressen hatten, stehen auch einige Anhänger und Zubehör für den Traktor an der Seite. Das stört normalerweise nicht weiter. Die Kühe fressen drumherum und das war es dann auch schon. Einer der Anhänger ist der zum Düngen der Weiden. Er sieht aus wie ein Boots-Trailer und das Ding, was darauf liegt, könnte man von der Form her auch ganz grob mit der eines Bootes vergleichen – nur daher, dass es unten schmaler ist und nach oben hin breiter wird. Dadurch, dass es unten etwas schmaler ist, ist jedenfalls Raum zum Trailer-Gerüst. Manchmal, wenn sie sehr hungrig und/oder neugierig sind, stecken die Kühe ihre Köpfe durch das Trailer-Gerüst, um auch das Gras darunter zu fressen. Das ist an sich ja kein Problem und es hat bis dato auch noch keine Schäden dabei gegeben. Aber wir befinden uns gerade in der Zeit nach dem Kalben (nur noch drei Kälber werden kommen), wo die Kälber schon einige Wochen alt sind. Die Kühe kommen somit wieder on heat, was soviel heißt wie: Sie möchten jetzt gern wieder bestiegen werden :D Das passiert so ca. alle 21 Tage. Nun ja und weil sie halt doch ein bisschen dämlich sind, reiten sie sich dann immer gegenseitig, was auch beim Melken eine ganz schöne Unruhe reinbringt.

Diese Reiterei war nun aber das Todesschicksal von Jewell, einer netten, schon ziemlich alten Kuh. Sie fraß durch den Trailer das Gras darunter, als eine Kuh sie von von hinten bestiegen haben muss und ihr damit das Genick brach, denn der Kopf hatte nicht viel Platz zwischen den Trailer-Stangen. So hing sie da, Kopf im Trailer, der Körper außen. Zunge hing heraus. Kein sehr schöner Anblick kann ich euch sagen! Aber ich wollte es euch trotzdem erzählen, denn das ist wirklich pure Dämlichkeit :/

Aber Gail hat mir auch erzählt, dass schon viel beklopptere Dinge passiert sind: Zum Beispiel hat eine Kuh mal einen Zaun versucht zu überspringen, blieb dabei aber mit den Hufen hängen. Hinter dem Zaun befand sich ein drain, eines der Flüsschen, in denen das Regenwasser abläuft. Und so hing sie nun da, die Hinterhufe im Zaun und den Kopf im Wasser und konnte sich nicht befreien. Gail hat sie am Morgen dann noch genauso – aber tot – gefunden.
Echt, so blöd kann man manchmal gar nicht denken.

Kälbchen sortieren vor und nach dem Füttern :)
Nun gut, genug Gruselgeschichten gehört :D

Weiter mit erfreulicheren Dingen:
Alle meinen kleinen Kälbchen sind jetzt hier auf den Weiden zuhause. Gleich neben dem Wohnhaus sozusagen. Sie werden immer, immer größer und fressen jetzt schon Gras und Heu und trinken Wasser. Nur am Morgen gibt es noch Milch, die wir immer von der Farm mitbringen. :) In Zehnergruppen teilen wir sie dabei ein und füttern sie dann separat, dass sie sich nicht alles weg trinken gegenseitig.^^


Und immer hinter Mami her :) 
Auch die Kühe, die keine Kälber hatten, haben wir nach Hause geholt zu den ein- und zweijährigen. Drei Kühe hatten schon das zweite Jahr kein Kalb und wurden deshalb vom Truck abgeholt und dann geschlachtet. Denn wenn sie keine Kälber haben, geben sie ja auch keine Milch und wenn sie zwei Jahre hintereinander nicht schwanger werden (bei künstlicher Befruchtung und dem Bullen), dann muss auch etwas nicht stimmen mit ihnen, also werden sie verkauft. Niemand kann es sich leisten, Kühe durchzufüttern, ohne Milch dafür zu bekommen :) Wenn eine Kuh ein Jahr mal nicht schwanger wird, macht das nichts und Gail füttert sie dann ein Jahr durch, aber dafür muss sie eben wieder im nächsten Jahr ein Kälbchen bekommen und viiiiel viel Milch machen :)


Von oben bis unten dreckig :D
Die hier ist Kuh-Mist und stinkt im Gegensatz zu Kalb-Mist
schon beinahe gut riechend :D
Sowohl die Kälber, als auch die Kühe nach Hause zu holen macht immer eine riesige Sauerei und ich wasche den Trailer danach immer wieder sehr gründlich. Das ist eine Drecksarbeit sag ich euch^^ Aber bei Sonnenschein macht sie – abgesehen von dem Geruch – sogar Spaß, wenn man sieht, wie der Trailer danach blitzt und blinkt :D




Der Trailer voller Kälbchen :)




Glücklich sind sie aber trotz Enthornen und anderen Späßen

















Manche meiner kleinen Kälbchen mussten noch durch einige Qualen bevor wir sie dann jetzt endlich in Ruhe lassen mit diesen Dingen: Die restlichen sechs Kleinsten haben wir noch enthornt und letzten Freitag die Beefies unfruchtbar gemacht^^ Also Gail hat es gemacht, nicht ich^^ Sie hat sehr enge Gummiringe mit einer speziellen Zange gedehnt und sie dann um die bullsacks der Beefies gelegt und losgelassen. Sie werden dann jetzt keine Babys mehr machen können^^ Der Job war allerdings recht schwierig, denn die Beefies merken, was man von ihnen will und können alle wichtigen Dinge aus dem Säckchen in ihren Körper zurückziehen und dann kann es passieren, dass sie fruchtbar sind, auch wenn sie keine Eier mehr haben (entschuldigt den Ausdruck :D ). Aber alles sollte geklappt haben. Und wenn nicht, wird Gail es ja dann spätestens nächstes Jahr mitbekommen, wenn die noch nicht einmal erwachsenen Kühe plötzlich Muttis sind. Das gibt es auch bei Kühen, auch wenn es keine Sendung darüber gibt, die „Teen Moms“ heißt. (ne Lotte? :D )


Ohne Sitze ganz schön nackig :D
Mit diesen Zündkerzen konnte es ja nicht klappen.
Ansonsten habe ich neben glücklichen Kälbern auch noch ein ganzes Auto :)
Da es am Anfang ja ziemlich gesponnen hat und ausgegangen ist etc, haben es sich Gail und Ray mal angesehen, die beide ihr ganzes Leben lang an Autos schrauben. Die Zündkerzen und das Öl machten den Anschein, als wären sie niemals ausgetauscht worden. Und so investierte ich um die 50$ für vier neue Zündkerzen und neues Öl. Und schwupps lief wieder alles wie geschmiert. :)

Wir mussten dafür allerdings das gesamte Auto auseinander nehmen, da der Motor unter den Vordersitzen liegt. So sah mein Van doch etwas nackig aus^^

Durch den TÜV, der hier WOF also Warrant of Fitness heißt, ist er trotzdem gefallen. Unterschiedliche Bremswirkung hinten, ein „total durchgerosteter Boden“, eine Beule hinten rechts, die „die Schraube des Gurts beeinflusst“. Ich war erstmal ganz schön geschockt, denn es hörte sich teuer an. Wie sich herausstellte, war der TÜV-Typ neu und hat nur totalen Blödsinn erzählt. Nachdem wir unter das Auto gesehen haben, unter dem der Rost angeblich „handtellergroße Blasen“ werfen sollte, stellte sich heraus, dass alles in Ordnung war, nachdem der Staub einmal entfernt war – super, wenn man nicht einmal Staub von Rost unterscheiden kann. Desweiteren haben Gail und Ray die hintere Seitenwand auf der Seite der Beule aufgeschraubt, um festzustellen, dass die Schraube für den Gurt ungefähr 30 cm über der Beule sitzt und auch noch an einem völlig anderen, seperaten Gerüst angebracht war. Aber Fantasie hat der Kerl, muss man schon sagen. -.- Naja und bei den Bremsen hatte er Recht, da war die Wirkung etwas ungleich, aber nur, weil die eine Seite Luft in sich hatte nach der Erneuerung dieses Jahr. Nach einer halben Stunde Arbeit waren diese Probleme sozusagen alle beseitigt. Als wir am Montag wieder da waren, hat er das Auto durchgelassen. Er hat dabei Dinge gesagt wie „Es kommt durch, gerade so, aber das nächste Mal wohl nicht mehr wegen des Rosts“ - jaja blah blah, nix Rost. Und „der hintere Teil sieht gut aus“. Der war übrigens beim ersten Mal sein Problem von wegen gaaanz viel Rost. Ray und ich mussten uns zusammenreißen, nicht zu lachen, denn wir haben nichts gemacht an diesem Teil. Es sah ergo noch genauso aus wie letztes Mal nur ohne Staub. Das sagt ja irgendwie schon alles oder?

Aber hier in Neuseeland ist es ja gottseidank nicht wie in Deutschland, sonst hätte ich mich da beschwert. Man muss nicht zwei Mal bezahlen. Wenn man durchfällt, hat man einen Monat Zeit, es zu reparieren und kann es dann kostenfrei nochmal reparieren lassen. Dieses Spiel darf man übrigens so oft spielen, bis man das WOF hat. Ray hat gesagt, sie haben es mal fünf Mal gemacht, weil sie auch so einen Idioten hatten, der das Lenkrad nicht vom Sitz unterscheiden kann. Dabei haben sie natürlich nicht wirklich was gemacht, um es zu reparieren jedes Mal, weil es ja eigentlich schon ganz war. Und jedes Mal hieß es dann, jetzt sei es besser und so weiter, obwohl nichts gemacht wurde. Naja, Idioten gibt es anscheinend überall^^

Soviel zu meinem Erlebnis mit meinem Autochen. Ich habe es natürlich komplett ausgeräumt, sauber gemacht, geputzt etc. Außerdem habe ich noch zwei Benzin-Kanister gekauft, jeder 10 Liter. Jetzt bin ich dabei, herauszufinden, wie ich alles im Auto am besten und am effektivsten anordne, um den meisten Platz zu haben :) Bin schon ganz gut im Rennen und freue mich sehr darauf, dann weiter zu reisen.

Aber auch, wenn mich das Plan- und Reisefieber immer mehr packt, habe ich meine Zeit hier noch bis Ende Oktober verlängert, sodass ich dann meine maximalen drei Monate hier arbeiten kann. :) Money, Money, Money sing :D

Die Arbeit wird jetzt immer mehr und es häufen sich kleinere Jobs. So habe ich letzte Woche zum Beispiel 3 Tonnen Erde geebnet mit der Schaufel (autsch!) und Bäume gepflanzt. Dann bessern wir jetzt die Zäune aus, die im Winter in Mitleidenschaft gezogen wurden oder ersetzen alte, die einfach zu kaputt sind.

Trotzdem haben wir manchmal noch Zeit für schöne Dinge :D
So waren wir zum Beispiel wieder bei Kay, Gails Schwester, und ihrer Familie zum Rugby schauen und Abendessen und gestern bei einer Lady's Night in Hamilton im Baumarkt, bei der man sich Demonstrationen aller möglicher Dinge ansehen kann und an Wettbewerben teilnimmt wie einen PingPong-Ball mit einem Golfschläger in ein Klo zu befördern, einen Football schießen, einen Toilettenpapierhalter an die Wand schrauben nach Zeit etc pp :D Es war wirklich ein sehr lustiger Abend und nebenbei haben Bodybuilder ohne Oberkörperbekleidung kleine Häppchen verteilt :D Gail hat auch noch einen Preis gewonnen und jeder hat eine Tüte mit kleinen Präsenten bekommen. Das alles für eine Spende von ein paar Dollern, mindestens einem, für die Krebshilfe. Also haben wir auch noch einem guten Zweck gedient ;-)

Wir waren auch letzte Woche Donnerstag über Mittag zwei Stunden in den Hamilton-Gardens. Eine sehr berühmte Gartenanlange hier in Hamilton. Riiiesig groß und wunderschön, auch wenn die Hälfte noch nicht geblüht hat und es doch recht kühl und ohne Sonne war. Wir werden im Oktober noch einmal hinfahren, wenn alles blüht und dann gebe ich euch nochmal einen ausführlichen Foto-Bericht :) Jetzt zeige ich euch trotzdem ein paar und mache ein kleines Bilder-Buch zum Schluss, damit ihr euch von dem vielen Lesen erholen könnt ;)

Nur noch ein Wort zum Wetter: Es ist jetzt September und der September hier ist wie der April in Deutschland

April, April, der weiß nicht, was er will. Mal Regen und mal Sonnenschein, dann donnert's wieder mitten rein.

Bildchen ab! :D
Ich mag die Hühner :D 

Hühnchenflüsterin :D
Ein Selbstporträt von Meg und mir :) 
Vor einem Maori-Gebilde in den Hamilton Gardens
Ich kann sie sogar zum Einschlafen bringen :D
(Dieses hier ist auf meinem Kopf dann aber wieder aufgewacht^^)
Küssen ist gesund :D 
Manchmal ist es warm genug für nackte Füße :)
Hamilton Gardens im Maori Garden
Trotz der Kälte kurze Klamotten - purer Protest :D




Und zu guter Letzt möchte ich euch nun noch die Kälbchen vorstellen. Ich habe nur von Emily noch kein Foto, aber das liefere ich nach :) Von manchen habe ich keine aktuellen Fotos, aber die kommen vielleicht noch ;-) Hoffentlich :D Dann gibt es vielleicht mal etwas weniger zu lesen und ich mache einen Eintrag à la Bilderbuch ;-)





Caro

Christian

Flower

Fudge

Hope

Joe

John

Judy

Julian

Kiwi, die jüngste

Lotte

Lulu

Lydia

Malu

Michi

Mike

Nicole

Numa

Ocean

Pancake

Patchie

Pauline

Pippi

Rainbow

Ralf

Rosi

Simone

Sophie

Tally

Tiny

Uli

Wave (einen Tag alt)

Whiskey




Das sind also meine Kleinen, 34 an der Zahl.

Um die werde ich mich jetzt erst einmal wieder kümmern, also macht's gut :)
Und ich hoffe, ich brauche dieses Mal nicht so lang, um mich ran zu setzen und Zeit zu finden :)

Bis dahin haltet die Ohren steif und verliert nicht die Lust am Lesen, auch wenn es gerade nicht so spannend ist :) Aber so ist arbeiten halt, bald geht es los auf Reise :) 

Eure total müde und ausgelaugte 
Jo



Freitag, 15. August 2014

Wenn es nicht anstrengend wäre usw.

Einige Tage sind nun schon vergangen seit meinem letzten Eintrag.
Fast vier Wochen verbringe ich nun bereits auf der Oakstead Farm in Newstead bei Hamilton und es ist keineswegs jeden Tag das gleiche, wie ich anfangs dachte.
Es ist einiges passiert seit meinem letzten Eintrag.

Das, was mich am meisten mitnimmt, sind die Kühe und Kälber, die gestorben sind.
Am 04. August ging es der kleinen Pudding und dem Jungbullen John sehr schlecht. Pudding war schwach, lag nur herum und auch wenn sie immer ausreichend getrunken hatte, lag sie im Sterben. John hatte eine geschwollene Zunge im Rachen und konnte nicht richtig atmen. Wir haben beiden homöopathische Mittel gegeben. Johns Schwellung ging zurück und ihm ging es am Nachmittag dann schon besser. Wir vermuten, dass er eine kleine Spinne verschluckt hat, die ihn dann gebissen hat. Was anderes kann es eigentlich nicht gewesen sein. Jetzt geht es ihm jedenfalls wieder super.

Pudding R.i.P
Von Pudding kann man das leider nicht behaupten. Irgendetwas war mit ihr, was nicht behandelbar war. Sie starb schließlich noch am gleichen Abend. Ich war ziemlich traurig, denn ich hatte sie gern und es war das erste tote Kalb überhaupt. Aber da, wo sie jetzt ist, geht es ihr wohl besser. Das gleiche gilt für einen kleinen Bobbie von einem Tag später. Er kam behindert auf die Welt und konnte nicht allein leben. Er starb einen Tag nach seiner Geburt.

Diese Woche sind dann noch zwei Kühe gestorben.
Einmal Cookie, Pancakes Mama. Sie starb an Leberversagen. Das hatte sie wohl schon während der Schwangerschaft, konnte aber irgendwie durch die Leber ihrer Tochter weiterleben. Aber kurz nach der Geburt hat sich das Versagen dann bemerkbar gemacht und von der Kälte etc hat sie dann auch noch eine Lungenentzündung bekommen. Sie hat unendlich gelitten und Gail hat jemanden gerufen, der sie erlöste. Es war besser so...es war schrecklich, sie leiden zu sehen.

Am Dienstag hat Bluebell kalben wollen. Allerdings lag ihr Kalb verkehrt herum in ihrem Bauch und konnte nicht raus. Wir mussten den Tierarzt rufen. Der konnte das Kalb nur noch tot herausholen. Bluebell hatte unendliche Schmerzen, aber wir versuchten 24 h lang alles, um sie zu retten. Decke, Heu, warmes Wasser....Wir haben alles versucht, aber sie starb in der Nacht am Milchfieber und dem Trauma der Geburt :(

Und gestern dann die nächsten Toten: Ein Kalb ist bei der Geburt in der Nacht so heraus geplumpst, dass sein Kopf unter dem Körper lag. Es konnte nicht oder kaum atmen und starb wahrscheinlich gleich ein paar Minuten nach der Geburt. Und ein anderes wurde wieder behindert geboren und lebte nicht lange.

Sie alle sollen es gut haben im Kuh-Himmel.

Aber hey, es sind nicht nur schreckliche Dinge passiert: Es sind nebenbei auch viele gesunde Kälber zur Welt gekommen. Wir haben statt 25 doch 28 Kälber behalten. Sie haben mittlerweile auch alle Namen. Ich versuche gerade, Fotos von allen zu machen, dann werde ich sie euch alle mal vorstellen :D
Muh an unserem Kühlschrank
im Cow Sheet :D

Sie wachsen prächtig und werden einfach immer größer und erdrücken mich mit ihrer Liebe. Ich bin ja immer noch ihre Mama und auf einer Skala von 1 bis 10 lieben sie mich wohl mit einer 12, was manchmal ganz schön weh tut^^
Mein erster Melk-Versuch, gleich 5 Liter! :D
Ich hab viel Dinge gelernt seit ich hier bin.
Besonders stolz bin ich darauf, dass ich jetzt handmelken kann :) Es war am Anfang echt anstrengend, aber jetzt kann ich es schon richtig gut und Gail lässt mich öfter Mal an die Colostrums ran, die frisch gekalbt haben zum Handmelken. Es macht echt Spaß! Aber ich muss immer daran denken, wieviele Kühe man früher hatte, die man mit der Hand melken musste. Oma, wie habt ihr das gemacht? :D

Das ist unser Baby :D John Deere, ein Jahr alt.
Dann hatte ich eine Fahrstunde im Traktor-Fahren und darf jetzt schon allein Silage füttern und so weiter mit dem Traktor. Es ist echt krass. Das Ding hat 24 Vorwärts-Gänge. Und das gleiche kann man nochmal rückwärts fahren. Und die ganzen Hebel und Schalter sind etwas verwirrend. Aber nach und nach verstehe ich das ganze System^^ Am Anfang hab ich etwas geschaut wie das Schwein ins Uhrwerk :D
Etwas, das nicht spektakulär ist, aber total Spaß macht, ist den Boden im cow sheet mit einem Feuerwehrschlauch abzuspritzen :D Das erste Mal war ich nicht darauf gefasst, dass ein Schlauch so stark ist :D Musste erstmal einen kleinen Schritt zurückgehen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren :) Ich melde mich jetzt meistens freiwillig, sauber zu machen :D Ja Mama und Papa da staunt ihr, was? ;-)

Das Haus der Smith :)
Sonst sind so viele kleine Dinge passiert:

Am letzten Samstag haben wir die Kälber, die schon Alt genug waren, also alle bis auf die letzten sechs, enthornt. Man war das ein Job! Mit einem heißen Eisen werden die Hornansätze weggebrannt, sodass sie in ihrem Leben keine mehr ausbilden. Klingt eigentlich ganz einfach, aber: Es stinkt wie Hölle! (Wie angebrannte Haare und das zweieinhalb Stunden lang!) und die Kälber finden die Idee (verständlicher Weise) gar nicht mal so super :D also machen sie ein heiden Theater! Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, meine Babys festzuhalten und habe mir dabei die ein oder andere Wunde zugezogen – Schnitte, Blaue Flecken etc :D Und saumäßigen Muskelkater! Mit einem Monat entwickeln die kleinen Biester schon solche Kräfte, dass sie selbst mich hochheben können, wenn ich mich mit voller Kraft auf sie stemme :O Aber jetzt ist es fast geschafft! Nur noch sechs Kälber zu enthornen und dann wird es ihnen ihr Leben lang besser gehen. Sie müssen sowieso enthornt werden und in dem Alter passiert es noch relativ schmerzfrei und ohne Blut. (Wenn sie nicht danach gegen die Wand rennen, dann sehen sie aus wie aus SAW :D Manche haben das gemacht! Blöd wie sie sind ;D) 
Manche schneiden den erwachsenen Tieren dann die Hörner ab, das blutet wie sau und ist noch viel schmerzhafter als das bisschen Wegbrennen.
Es gab auch gleich danach Fressen, sodass sie die Schmerzen binnen kurzer Zeit schon wieder vergessen hatten und auch wieder zu mir kuscheln kamen :) Manche brauchten ein paar Tage, um es mir nicht mehr übel zu nehmen, aber selbst sie sind jetzt wieder anhänglich.

Bei der Gelegenheit haben wir sie alle noch getagt und jetzt hat jeder seine Nummer fürs Leben. :)

Viele Schafe auf dem Markt :D
Zu dieser Jahreszeit recht leer.
Letzte Wochen haben wir noch die Schweine zum Schlachter gebracht und waren danach noch auf einem Viehmarkt. Wir werden in den nächsten Tagen den Schinken beim Schlachter abholen. Ich durfte zugucken, wie ein Bull „behandelt“ wurde: Erschießen, Haut abziehen, Eingeweide herausholen und vierteilen :D Ein tolles Bild, sag ich euch ;) Und mir wurde nicht mal schlecht oder sowas. Ich bin zu kalt für diese Welt^^

Das denke ich allerdings nie, wenn ich die süßen Lämmer der Nachbarin sehe und immer fast anfange zu qietschen, so süß sind die! Ich schwöre, wenn ich könnte, würde ich sie einfach entführen! :D *-*
Sind sie nicht wahnsinnig süß? Wie der kleine die Zunge rausstreckt *-*
Letzte Woche war ich im wahrsten Sinne des Wortes sehr „geladen“. :D
Auf dem Hauptstromzaun, der direkt am Kalbsstall verläuft, haben wir 4500 Volt.
Ich berührte ihn aus Versehen und spürte nichts. Natürlich verwunderte mich das, denn wir hatten in den letzten Tagen öfter mal einen kaputten Zaun und da wollte ich da natürlich sichergehen, dass dieser nicht auch den Geist aufgegeben hat.
Ich habe ihn noch zwei Mal kurz berührt – nichts.
Also wollte ich Gail zeigen, dass es nicht geht, habe ihn mit beiden Händen etwas länger angefasst und BUUUM. Ein Schlag komplett durch meinen Körper. Ich spürte meinen Körper kurz nicht mehr. Dieser Sprang ohne meine Zustimmung einfach mal 1,5 m zurück.
Logisch, denn ich hatte ja irgendwie den perfekten geschlossenen Stromkreis mit meinen Armen gebildet :D Bravo Jo :D
Ich hatte die nächsten zwei Tage noch ziemlich Schmerzen überall, vorallem im Oberkörper, aber jetzt geht es wieder.^^
Ich rate euch das auf jeden Fall niemals! ;) Ich werde mich auch hüte, es nochmal zu tun :D Sonst gibt es Brat-Jo das nächste Mal^^


Weltuntergang in Newstead :D
Apropos Braten: Das Essen ist immer noch genauso gut wie immer und ich habe herausgefunden, dass wir hier das Regenwasser trinken. Die Luft ist so sauber, dass man das machen kann :) Und es schmeckt echt nicht schlecht! Schade, dass wir das nicht so richtig machen könnten, es würde viel Geld sparen!

Kurz vor dem nächsten Regen.
Apropos Regen: Das Wetter ist hier à la April. Es regnet sooo viel, dass ich manchmal fast schwimmen muss. Früh friert es oft, wenn es nicht regnet. Manchmal haben wir immer noch Minusgrade und einen dichten Nebel, dass man Straßenschilder erst erkennt, wenn man daran vorbei fährt. Dann muss ich die Kühe immer suchen auf der Weide, um sie zum Melken zu bringen. Also ich mag ja Verstecke-Spielen, aber früh um sechs bei Schweinekälte ne danke :D

Regen und Sonne zusammen sind keine Seltenheit.
In den letzten tagen scheint die Sonne immer mal wieder und in der nächsten Minute wieder Regen. Oft fällt einfach beides zusammen und ich sehe jeden Tag mindestens zwei Regenbögen :
Einen früh, wenn die Sonne aufgegangen ist und meistens einen vor Sonnenuntergang noch mal, wenn es geregnet hat :)

Unser Tag beginnt jetzt schon um 5.45 Uhr jeden Tag.
Und das sieben Tage die Woche! Aber ich würde keine Minute auf den Gedanken kommen, mich zu beschweren! Man hat gar keine Gelegenheit dazu bei der vielen Arbeit. Es ist viel entspannter als eine Fünf-Tages-Woche. Man hat nämlich kein Wochenende zum Ausruhen, an dem man eventuell feststellen könnte, dass Frei zu haben viel schöner ist als arbeiten :)

Zitronenbaum in der Einfahrt.
Und so arbeite ich glücklich und zufrieden die Stunden ab. Diese Woche waren es fast 51 Stunden, aber es wird wohl noch mehr werden :D Es ist echt anstrengend und so weiter, aber Papa würde sagen: 
"Wenn es nicht anstrengend wäre, würde es Urlaub heißen." :D

Jannik hat seinen Job wieder verloren – sie haben jemanden professionellen eingestellte (zum Kälber füttern zwar schon etwas komisch, aber naja). Er ist jetzt wieder nach Auckland gegangen, um nach einem Auto für sich zu sehen. Dann kommt er vielleicht zurück und holt seine restlichen Sachen ab. Mal sehen, vielleicht reisen wir nochmal irgenwann zusammen, aber das werden wir erstmal nicht planen, denn wer weiß, was passiert.

Orangen direkt vor meiner Tür. 
Ich plane weiter meinen Trip. Aus dem Lonely Planet suche ich mir Orte heraus, die ich unbedingt sehen will und dann überlege ich, wo und wie ich am besten Reise. Zu diesem Zwecke habe ich mir auch einen Reiseatlas geholt und markiere dort eine grobe Route :)

Ich könnte hier auch ein paar Kontakte von der Nachbarin Andrea bekommen von einem Bootsbauer in der Bay of Plenty :) Mal sehen, was sich da vielleicht ergibt und wo es mich hintreibt! :)

So zum Schluss einige mehr oder weniger wichtige Nebeninfos, die nicht lang und/oder wichtig genug sind für einen eigenen Absatz oder einfach aus dem Grund hier stehen, weil sie mir erst im letzten Moment eingefallen sind: :D

  1. Ich lese noch an der Wharingham-Saga und habe den ersten Teil beendet! Es ist super und beruht auf der wahren Geschichte des Königshauses in England echt spannend und man lernt nebenbei was ;)
  2. Meine neueste Recherchen ergaben, dass der Jungenname Joe mit einem „e“ geschrieben wird, nicht aber mein Spitzname^^ Also schreibe ich Jo jetzt so wie es Gail auf meinen Lohnzetteln macht. :)
  3. Hobbiton, also der Dreh-Ort vom Zuhause der Hobbits ist hier ziemlich in der Nähe. Ich werde es wohl besuchen, aber ich weiß noch nicht, ob auf dem Weg in den Süden oder dann auf dem Weg zurück in den Norden.
  4. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mir jemals soviele Tritte wie hier eingefangen hab. Gestern hat mir eine Kuh beim Melken ganz nett mit ihrem Knie zwischen die Augen gegen die Stirn gekickt :D
  5. Das Fahrrad von Kays Tochter Emma.
    Ich habe von Gails Schwester, Kay, ein Fahrrad geliehen und bin damit auch schon viele Kilometer umhergefahren :)
  6. Die Kiwis hier (Also die Früchte jetzt :D Nicht die Vögel und nicht die Menschen^^) sind sooo spottbillig, dass wir letztens ca. zwei Kilo für ein bisschen über einen Euro bekommen haben :D Ich ernähre mich quasi davon :D
  7. Zum Frühstück esse ich mittlerweile ganz traditionell Bacon&Egg von dem Bacon der eigenen Schweine und den Eiern der Hühner hier. Mega, sag ich euch ;)
  8. Ich kümmere mich gerade um eine Möglichkeit, nach Australien zu fliegen und schau mal, wie es am günstigsten ist mit dem Hin- und Herfliegen.
  9. Die Eltern von Janice und Ray kommen ursprünglich aus England und sind nachweislich mit Captain Smith, dem Kapitän der TITANIC verwandt :D
  10. Die frische Milch direkt von den Kühen, die wir hier trinken ist wahnsinnig lecker. Wenn man aber zu viel davon trinkt, gibt es Bauchschmerzen :D Erfahrung! ;-)
  11. Ich habe von Felix Gummistiefel mit Stahlkappen und habe ein Rezept gegen abgestorbene Füße entwickelt: Wenn man sie nicht mehr spürt am Morgen, einfach kochendes Wasser auf die Schuhe gießen. Die Stahlkappen erwärmen sich angenehm und sind wie eine kleine Heizung dann, sodass man die Füße wenigstens wieder spürt nach einiger Zeit ;-) Also falls ihr gerade mal frieren solltet da drüben :D
  12. und letztens: Ich habe für heut Abend mit Gail eine Einladung von ihrer Schwester und deren Familie, mit ihnen das All Blacks Rugby-Spiel auf einem großen Flatscreen anzusehen :) Mir Abendessen etc. Es wird mein erstes Rugby-Spiel sein, dass ich sehe, ich freu mich drauf! :)

Aber vorher ist hier noch eine Menge zutun!
Melken, Füttern, Babys reinholen, Putzen uuund so weiter.

Ich mach mich ran!
Bye bye
Jo :)

PS.: Ich weiß, dass die Bilder von Zitrone und Orange nicht reinpassen, aber ich glaube, ich habe sie das letzte Mal vergessen :x

Samstag, 2. August 2014

Oakstead Farm, die Zweite :)

Hey meine Lieben,

fast zwei Wochen bin ich jetzt schon hier auf der schönen Oakstead-Farm :)

Mittlerweile beginnen wir unsere Arbeit am Morgen schon um 6.15 Uhr und lwerden im Laufe dieser Woche noch auf 6 Uhr runtergehen.
Es ist wichtig, die Kühe langsam an eine zeitigere Uhrzeit zu gewöhnen – wenn wir von heut auf morgen eine Stunde eher anfangen würden, würden die Kühe noch schlafen und nicht mitkommen zum Melken^^

Trotzdem müssen wir jetzt langsam anfangen, immer zeitiger zu melken, weil wir bis 7.30 Uhr fertig sein müssen mit den Milchkühen, damit die Milch vom Tanker abgeholt und in die Factory gebracht werden kann.

Auch, wenn sie mich dreckig machen:
Solange sie es in Herzform machen, ist es völlig egal :D
Wir sind beim Kalben jetzt bei der Hälfte angelangt. Zweimal kam der Truck schon, um jeweils fünf kleine Beefies mitzunehmen und acht haben wir zur Zeit noch im Pen, die dann in den nächsten Tagen zum Schlachten fahren werden.
Sie müssen mindestens vier Tage alt sein, die Nabelschnur muss trocken sein und sie müssen ein bestimmtes Gewicht haben, um auf den Truck und damit später zu irgendwem in den Kühlschrank zu kommen. :x
Die letzten Beefies waren aber alle soooo schwer, dass wir uns da überhaupt keine Sorgen machen müssen, dass sie zu wenig wiegen^^


Leider sind die Kleinen, die nicht mehr lange leben allesamt absolut süß. Alle weiß-braun und echt lieb. Aber alles hat ein Ende und so...
Von den Mädels (Heifer) behalten wir 25 und die haben wir jetzt erreicht, das heißt, alle Heifer, die jetzt noch geboren werden, kommen ebenso auf den Truck und werden zu kleinen Steaks oder was weiß ich, verarbeitet. :O


Unsere Kleinste zur Zeit, Malu :)
Ich bin fleißig am Namen verteilen für die Verbleibenden^^ Und am Füttern beibringen natürlich.
Denn, wie ich vielleicht schon mal erwähnt habe, wissen die Neugeborenen natürlich noch nicht, wie sie vom Feeder essen sollen. Also bringe ich es ihnen bei, wenn sie alt genug sind (Also 24 h ca.). Es ist schon erstaunlich, wie schnell so ein Kalb lernt: Nach 5 Minuten steht es, nach 24h kann es allein trinken und dann wächst es auch noch total schnell und „sprechen“ kann es auch schon von Anfang an^^ Und ich bin sehr der Meinung, dass sich ihr Muhen doch eher wie das Blöken von Schafen oder das Meckern von Ziegen erinnert, nichtsdestotrotz sehr niedlich. :)

Rosi, nach Oma, eine Heidi gibt es schon ;)
Aber manche Kälber stellen sich trotzdem eeecht dumm an beim Lernen ;)
Es ihnen beizubringen besteht grundsätzlich im Prinzip nur daraus, ihnen die Finger ins Maul zu stecken und dafür zu Sorgen, dass sie saugen. Die, die nicht gleich kapieren, wie man saugt, muss man dazu bringen, in dem man ihnen kurz die Nase zuhält. :D Dann führt man die schlauere Sorte an den Feeder und sorgt dafür, dass sie statt der Finger eben die Zitze im Maul haben. Wenn sie dann abrutschen oder so, muss man sie nur nochmal daran erinnern, wo die Zitze ist und das vielleicht einige Male bei manchen und dann haben sie es normalerweise drauf.
Die Kleine Süße heißt "Pudding" :)
Und hat sich das Trinken quasi allein beigebracht,
schlaues Mädchen :)

Manche sind zwar halb verhungert, aber wollen partout nicht trinken. Bei den netten Muhs muss man dann einfach den Kopf zwischen die Beine nehmen und sie an den Feeder ziehen. :D Dann die Schnauze etwas drücken, damit sie merken, dass da etwas rauskommt und dann sollten selbst die Doofen unter ihnen es irgendwann verstanden haben^^

Manchmal sind die Doofen aber auch echt niedlich, wenn sie ihre Zitze verlieren und dann wie wild durch Pen springen und gegen die Wand rennen und unter die Beine von den anderen krauchen, um die Zitze wieder zu finden :D Denen sollte man dann schon helfen^^

Sophie (benannt nach ihrer Großmutter)
Lydia beim Trinken, liebevollstes Kalb in diesem Pen :)
Wenn man den Süßen nämlich nicht beibringen würde, zu trinken und sie auch noch ein paar Mal daran erinnerte, dann würden sie einfach sterben, weil sie nicht wissen, dass sie es machen müssen. Und das wollen wir ja nicht :)

Was ich vor ein paar Tagen erfahren habe: Hier in Neuseeland (vor allem auf dem Land) gibt es in der Schule eine total tolle Erfindung: Den Calf-Club. :D Das heißt im Genaueren, dass jedes Kind von Zuhause ein Kälbchen oder ein Lämmchen oder eine kleine Ziege oder was auch immer (aber in Baby-Format) mitbringt und in der Schule vorstellt sozusagen :)

Die Tochter von Gails Bekanntem Elliot hat dafür eines der kleinen Beefies bekommen – ein gaaanz kleines niedliches ;) Olivia hat ihn prompt Cupcake getauft :D
Sie wird ihn jetzt einige Wochen bei sich Zuhause haben und ihn an sich gewöhnen und füttern (hoffentlich^^) und dann mit in die Schule nehmen, um ihn den anderen dort zu zeigen :)
Ich finde, das ist eine tolle Idee und man könnte sie auch in Deutschland einführen ;D

So hat wenigsten einer es geschafft, nicht auf den Truck zu kommen^^
Für alle anderen Kälber habe ich von Gail ein kleines gelbes Buch bekommen, wie es jeder Farmer hat. Dort trägt man die Nummer der Mutter, den Vater, den Schwierigkeitsgrad der Geburt, die Identifikationsnummer und dann den Namen des Kälbchen ein :) Und welche Kühe krank werden, was man für Maßnahmen ergreift, wann sie wieder gesund sind. Wenn sie sterben, gibt es noch extra Seiten, auf denen man dann auch noch notieren muss, warum. Außerdem Seiten für Informationen zum Verkauf von Kühen und so :)
Hab mich super gefreut und gleich alles ausgefüllt :)

Jungbulle John, ihr kennt ihn schon.
Alle Kälbchen, die ich von nun an dort hinein schreibe, werden ja aber leider nicht lange am Leben sein :-/
In den nächsten Tagen wird jemand die Identifikationstags für die bleibenden Kälchen vorbei bringen, damit sie für ihr Leben markiert werden und die Nummern kommen dann auch in das Buch.
Davor müssen wir sie allerdings noch enthornen, das heißt, ihnen die Stelle, wo die Hörner kommen würden, quasi wegbrennen. Klingt ein bisschen gruselig, ist es vielleicht auch und tut ihnen auch hällisch weh, aber für die Sicherheit und Gesundheit aller, ist es besser, wenn sie lieber keine Hörner bekommen^^
Meine Namensschwester Joe :)

Die Muttis (die bereits gekalbt haben) also jetzt über die Hälfte, haben wir in zwei Gruppen geteilt: die Colostrums, also die, die gerade erst gekalbt haben und noch die gelbe „Erstmilch“ im Euter haben und die Milkers, die bereits die „gute“ Milch haben, die an die Factory verkauft werden kann. Es sind jetzt 40 Milkers und 21 Colostrums

Früh hole ich immer erst die Milkers von der Weide und dann die Colostrums. So kommt die erste Milch in den Vat (Tank) für die Factory und die Nachfolgende lasse ich wieder in Eimer laufen für die Kälbchen :)
Bei der Reinigung mit Säure
muss man gut geschützt sein :D
Den Tank musste ich vor der ersten Benutzung erstmal von innen mit Säure reinigen. Es wahr seehr witzig, durch das kleine Loch hineinzukriechen und in dem kleinen Tank zu hocken mit ein bisschen Platzangst :D So muss sich ein Kalb im Bauch fühlen, könnte man meinen^^

Ein paar der frischen Mütter hatten in den letzten Tagen Milchfieber. Sie liegen dann herum und können nicht aufstehen. Die Krankheit wird durch Calciummangel im Blut ausgelöst nach der Geburt. Wir geben ihnen dann einfach eine total eklig riechende Mischung, in der unter anderem hauptsächlich Calcium drin ist und nach einer Weile – meist kein Tag – sind sie wieder Fit. Wenn man es aber nicht behandeln würde, würden sie sterben und das wollen wir ja nicht.





Sonst ist hier jeder Tag irgendwie ziemlich gleich und doch völlig anders als jeder andere xD
Mal büchsen Kühe aus, weil sie über Zäune springen, auf denen wegen misteriöser Umstände einige Zeit kein Strom war oder ein Kalb meint einfach mal zwei Weiden weiter ein nickerchen im hohen Gras machen zu müssen, sodass wir es erst suchen müssen.^^ All solche kleinen Dinge lassen den Tag manchmal recht lang werden.

Christian, der zweite Bulle, der hier bleibt. :)
Und nebenbei das sauberste Kalb überhaupt. :)
Aber nur, wenn man man dann am Ende auf die Uhr guckt, denn lang kommen sie mir eigentlich nie vor. Die Arbeit an der frischen Luft macht Spaß und die Tage fliegen nur so dahin.
Das Wetter ist auch echt toll zwischendurch mit ca.20° und viiiel Sonne.
Heute hat es aber gottseidank zur Abwechslung mal geregnet, denn sonst hätten wir ein Problem, weil die Weiden nicht ordentlich nachwachsen ohne Regen. :O
Dann hätten die Kühe nicht mehr genug zu Fressen und das ist – gerade jetzt in der Melkzeit – unglaublich wichtig.
Wir haben aber immer genug Essen und sind hier allerbestens versorgt :)
Jannik hat einen Job in der gleichen Straße, in der die Oakstead-Farm liegt und kümmert sich dort auch um die Kälbchen.
Rainbow, sie ist seeehr klein und total lieb *-*
Nach getaner Arbeit finden wir uns immer alle hier zum Essen ein, dass Janice liebevoll für uns kocht. Immernoch seeehr, sehr lecker jedes Mal und es wird einfach nicht langweilig. Es ist schön, wenn man sich nicht darum kümmern muss, was man am Abend ist, weil es immer pünktlich um sechs dampfend auf dem Tisch steht :D

Direkt vor unserem Raum steht ein Orangen-Busch, mit dessen Orangen ich schon etwas Saft gepresst habe und etwas weiter den Weg runter steht ein Zitronen-Baum. Palmen säumen die große Straße und nebenan blöken die Schafe mit ihren kleinen Lämmern.

Es ist schon toll hier, lasst euch das sagen! ;)
Tally nach meiner lieben Cousine :D
Und eine Versicherung für das Auto haben wir jetzt auch abgeschlossen. Alle haben es uns ans Herz gelegt, weil es hier einfach zu viele Idioten gibt, die auch ohne Führerschein fahren und da ist es einfach sicherer. Wir bezahlen für das ganze Jahr jetzt ca. $265. (Ich hab gelernt, das Zeichen kommt hier davor^^) Wir haben sie bei AA abgeschlossen und es ist eine 3rd Partie- Versicherung. Wenn wir unser Auto irgendwie beschädigen, falls wir irgendwo gegen fahren zum Beispiel, bezahlt die Versicherung bis zu $4000. Wenn wir jemand anderes beschädigen, liegt der Eigenanteil bei $1000 und den Rest begleicht die Versicherung. Das ist so das beste Angebot, was man hier finden kann und ich bin eigentlich sehr zufrieden damit :)

Das war es fast auch schon wieder, denn so viel passiert ja nicht ^^

Mein Platz auf der Terrasse direkt vor unserem Container
Toller Platz zum Lesen!
Meine Pausen verbringe ich fast ausschließlich mit Lesen in der Sonne.
Danke nochmal, Toni, für den Tipp mit „die Saat“, echt ein geiles Buch! Empfehle ich euch allen!
Jetzt lese ich gerade die Wharingham-Saga, auch schön!! Bin zwar erst bei Seite 600 vom ersten Buch, aber wenn es so bleibt, ist es schön :)

Also falls ihr noch Buchempfehlungen habt, immer her damit! :)

So, aber auch, wenn heut Samstag ist, gibt es eine Menge zutun und ich muss auch schonwieder zum Mittagsessen :)

Ich meld mich bestimmt mal wieder!
Lasst es euch gut gehen und haltet die Ohren steif,
Cheers
Joe :)
Und schöne Grüße von Meg :)


PS.: Wir verbringen am Abend meist noch einige Zeit draußen, weil der Sternenhimmel einfach unglaublich ist! Man sieht die Milchstraße in voller Pracht und es ist, als könnte man nach den Sternen förmlich greifen *-* Es ist echt mega schön! Leider kann man davon kein Foto machen, da unsere Apparate das beim Besten Willen nicht in voller Schönheit festhalten können.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Nächste Station: Newstead


Hey da draußen :)
Ich bin sehr glücklich gerade - nur schonmal als Vorinfo :D

Ich habe jetzt einen Job auf einer Farm in Newestead, was zu Hamilton gehört.
So regelmäßig alle paar Tage einen Blog-Eintrag, wie es jetzt immer war, werde ich wohl hier nicht schaffen und auch nicht machen wollen. Weil es 1. kein Internet gibt, das heißt, ich muss mir immer erst etwas suchen, wo ich das Geschriebene hochladen kann. Das war vorher zwar auch schon so, aber jetzt fahre ich in jede Richtung mindestens eine viertel Stunde, um WiFi zu finden ;) Und 2. werde ich jetzt hier mindestens die nächsten zehn Wochen arbeiten und da es zumeist der gleiche Tagesablauf ist, wird das ja auch langweilig ^^

Die schwangeren Muhs :)
Aber erstmal zur Farm: Sie liegt hier im schönen Newstead und die Gegend ist relativ ruhig - überall Farmen rundherum. Hier auf dieser leben ca. 100 Kühe und zwei Bullen und eine Menge Kälber. Manche sind jetzt neu geboren und manche schon zwei, drei Jahre alt (Die dann entweder Milchkühe oder geschlachtet werden). Die, die geschlachtet werden, werden hier ganz einfach "Beefy" genannt. :D  Gail, die Farmerin, hat mir gesagt, dass es insgesamt so ca. 200 Kühe, Kälbchen und Beefys sind - mal mehr, mal weniger, je nachdem, wieviele kalben, sterben etc.
Außerdem gibt es hier neben den Kühen auch noch ein Paar Schweine (die zwei sind wirklich ein Paar^^) und Hühner - zur Selbstversorgung mit Eiern und so :) Und zwei Hunde: Meg (Sie sprechen es Miig aus; Sie sagen auch nicht bed, sondern sprechen es biid aus^^). Sie kommt immer mit auf die Weide und "hilft" ein bisschen mit den Kühen, hört aber leider nicht sonderlich gut. Und die zweite im Bunde ist Tess - eine nette, alte Hündin. :)
Gail betreibt die Farm allein seit sie 23 ist. Ich bin mit ihr jetzt hier allein beim Arbeiten. Im Haus, zwei Straßen von der Farm entfernt, wohnt sie mit ihren Eltern. Ray ist ein alter Spaßvogel und wir verstehen uns gut ^^ Und Gails Mutti kocht wie eine Weltmeisterin - es ist jedes Mal, als wäre man im Himmel oder so *-* 

Am 21.07.14 war offiziell mein erster Arbeitstag, aber schon am Sonntag nahm Gail Jannik und mich mit auf die Farm und zeigte uns alles. :)
Ich lebe hier jetzt quasi in meiner eigenen kleinen "Wohnung". Es ist so etwas wie ein ausgebauter Container. Riesen Bett, Fernseher, Kühlschrank, Spüle, Mikrowelle, Heizung. Bad mit Dusche und Toilette. Also echt supi hier. Die "Miete" berechnet sich aus einem Prozentsatz meines Lohns. Dafür bekomme ich auch Essen :) 
Die Kalbzeit hat gerade erst begonnen, deshalb beginnen wir unseren Tag zur Zeit erst um 6.45 Uhr. Je mehr Kühe gekalbt haben, desto mehr müssen gemolken werden und so wird sich diese Zeit wohl immer mehr vier Uhr nähern - Bin gespannt, ob ich das gut hinbekomme^^
Mein Vertrag geht jetzt bis Ende September, das heißt also zehn Wochen Arbeit hier auf der Farm :) 
Am Sonntag haben wir ja wiegesagt schonmal reingeschnuppert - und das im wahrsten Sinne des Wortes =D
Gipsy (die Große) und Lotte (rechts)
An diesem Tag waren zwei neue Kälber geboren worden und unsere erste Tat war gleich, sie mit dem Mini-Traktor (dem Polar) und dessen Anhänger von der Weide zu holen und in den Kälber-Stall zu bringen. 
Eines von den beiden Mädchen - sehr seeeehr süß übrigens - nannte ich Lotte :D Alle brauchen einen Namen und sie war soo niedlich ;) Und zu ehren meiner kleinen Schwester nannte ich dann dieses süße Ding mit der Nummer 105 Lotte - Gail und ich sagen mittlerweile Lotti ;) (Die Kälber bekommen die Zahlen, die auch ihre Muttis haben vorerst) Lottes Mama heißt Gipsy und ist eine sehr liebe Kuh :) 
Da bekommt das Wort "Reinschnuppern" eine
ganz neue Bedeutung :D 
Aber so lieb sie auch sein mag, sie hat Lotte erstmal schön auf den Kopf geka**t :D Und als wir dann die Kälbchen vom Trailer in den Stall getragen haben, hat Lotte natürlich schön ihren vollgeka**ten Kopf an mir abgewischt :D Ich durfte also mal so richtig reinschnuppern und roch dann wenigstens schon mal nach Farm ;D 
Die Kühe auf der Farm sind jetzt noch getrennt gestellt: Einmal die, die schon gekalbt haben und jetzt gemolken werden und die, die noch kalben werden in nächster Zeit. Bis jetzt haben wir erst 32 Kühe, die gemolken werden.
Wir holten sie von der Weide und führten sie in die Melkstation. 
Gail zeigte mir, wie die Geräte angeschlossen werden und wieviel Milch für die Kälbchen abgezweigt wird und wo dann der Rest hinkommt. Ich durfte dann sogar schonmal selbst versuchen, einen "Cup" an einen Euter anzuschließen^^ Was im Genaueren beudeutet, die vier Saugrohre an die Zitzen "anzudocken" :D Sie saugen sich dann von allein fest und die Milch aus dem Euter :) Am Sonntag war es noch etwas kompliziert, sich mit den Schläuchen zurecht zu finden, mittlerweile kann ich es schon richtig gut :) 
Nachdem die Kühe brav gewartet haben bis ihre Milch draußen war und wir die insgesamt drei Reihen à zehn Kühe fertig gemolken haben, brachten wir die Tiere wieder auf die Weide, fütterten erst sie und anschließend die Kleinen mit der frischen Milch ihrer Mütter. 
Die meisten von ihnen lernen gleich am ersten Tag, wie sie selbst trinken müssen und so mussten wir die Milch nur in die Becken kippen, die im Stall hingen und warten, dass die Kleinen aus den Zitzen, die ringsum angebracht waren, tranken. :D

Mittlerweile läuft es schon wie geschmiert :)
Einen kleinen Bullen, der am Morgen in den Bach gefallen war und fast ertrunken wäre, musste ich jedoch von Hand füttern mit einer kleinen Flasche mit einer Zitze vorn dran. Er war danach natürlich felsenfest der Überzeugung, dass ich seine Mami wäre und lief mir hinterher, kuschelte mit mir und saugte an meinen Fingern :D Es war sooo süß *-*
Nachdem er fast ertrunken ist, musste er erstmal aufgepeppelt werden.
Nachdem wir wieder zuhause waren, durften wir ja das erste Mal das köstliche Essen von Gails Mutti probieren - himmlisch, sag ich euch! ;) Und das jedes Mal. Hier wird zum Frühstück und Mittag meist Brot oder höchstens Mal Suppe oder so zum Mittag gegessen und das Abendessen ist die warme Hauptmahlzeit. :)
Der erste offizielle Arbeitstag begann so, wie auch die weiteren bis jetzt begannen und jeder weitere beginnen wird: Wir haben die Milchkühe von der Weide geholt und gemolken. Das dauert immer ungefähr so lange bis die Sonne aufgegangen ist :) Dann wurden erneut die Kälbchen gefüttert. Anschließend die, die noch nicht gekalbt hatten. Füttern sieht hier dann so aus, dass wir die Zäune der Weide immer weiter verschieben, sodass sie mehr Gras zum Fressen haben :) Es ist hier übrigens eine reine Bio-Farm, also viiiel Platz für die Kühe und frisches Gras als Futter :) Nach dem Füttern war auch schon wieder alles erledigt für den Vormittag - jetzt ist noch nicht so viel zutun, weil es noch so wenig Kälbchen sind. Also erstmal wieder nach Hause und frühstücken :D 

Danach fuhren wir dann nach Morrinsville Mineralien für die Kühe kaufen :)
Nach dem Mittagessen um zwölf ging es dann erst um zwei weiter auf der Farm und uns erwartete gleich eine Überraschung, als wir dort hin kamen: Juhu ein neues Kälbchen :) Aber leider war es ein Junge :( Gail behält nämlich nur zwei Bullen, John und der andere hat noch keinen Namen, alle anderen werden abgeholt und dann geschlachtet - sind also kleine Beefys. :O 
Lotte am Entspannen.
Wir brachten den Neugeborenen zu den anderen und ich spielte noch ein bisschen mit meinem Kleinen von Sonntag. :D

Es war zwar erst der erste Tag, aber ich fing schon an, einige Namen der Kühe zu lernen :) Trixi, Gipsy, Donna, Snowdon, Tea und Cinemon kannte ich jetzt schon ;) Trixi hat sich in den letzten Tagen an mich gewöhnt und läuft mir jetzt dauernd hinterher und kuschelt mit mir :D 
Der Nachmittag läuft eigentlich immer genauso ab wie der Morgen  - nur umgekehrt. Zuerst werden die Kühe gefüttert, die noch nicht gekalbt haben, dann wird gemolken, Milchkühe gefüttert und Kälbchen gefüttert :) Am Montag haben wir das das erste Mal gleichzeitig gemacht. Das heißt, ich fuhr mit dem Polar die Kühe zurück auf die Weide und fütterte meine kleinen Kälbchen während Gail die Melkstation sauber machte und dann die Milchkühe fütterte. :)
Das Abendbrot an diesem Abend war auch wieder sehr lecker: Fisch :D 

Am Dienstag hatten wir leider keine neuen Kälbchen und so verlief alles genauso wie am Montag. Langsam wurde ich besser im Melken und es kam die Routine :) 
Kuscheln mit Kälbchen kann auch anstrengend sein :D 
Dadurch, dass keine neuen Kälbchen kamen, hatte ich mehr Zeit mit den Größeren. Ich bin für sie alle jetzt, da ich schon viel Zeit mit ihnen verbracht habe, so etwas wie die Mami ;) Sie müssen mir vertrauen und hinterher kommen. Das ist wichtig, wenn wir sie dann aus dem Stall auf die Weide führen, wenn sie größer sind. Deshalb ist das Kuscheln und Spielen in meiner Arbeitszeit mit drin sozusagen :D Was ich total lustig finde ;)

Wenn ich mit meinen Kleinen im Stall bin, knabbern sie üüüüberall an mir rum. John versucht sogar immer meine Haare zu essen :D 
Gestern Morgen wurden wir mit feucht fröhlichen minus vier Grad begrüßt -.- Die Wasserleitung zu meinem Container war zugefroren, sodass ich nicht mal meinen Tee trinken konnte :O 
9 Lagen schützten mich in aller Frühe vor der Kälte :D
Die Melkgeräte waren auch gefroren und so brauchten wir länger als sonst, weil wir erst alles mit heißem Wasser auftauen mussten.
Auch das Gras auf der Wiese war gefroren und so mussten wir eine Pause einlegen und warten bis die Sonne das Gras geschmolzen hatte, denn die Kühe würden sonst nur darauf herumtrampeln und es nicht essen.
Gail hat es mir so erklärt, dass es ist, als würde uns jemand ein Eis am Stiel in die Hand drücken, wenn wir gerade am Erfrieren sind - dem würden wir auch einen Vogel zeigen ;)
Und so fuhren wir erstmal frühstücken und kamen dann danach wieder, um die hungrigen Mäuler zu stopfen :)
Als wir da nun auf die Weide kamen, war ein neues Kalb geboren worden. Es war erst höchstens zehn Minuten alt und die Mutti hatte es noch nicht einmal fertig abgeleckt :) Es war soooo niedlich braun und weiß gefleckt, aber leider schonwieder ein Junge. 
Gail sagt, dass die allerschönsten Tiere meist Jungs sind und geschlachtet werden. Und dass es dieses Jahr sowieso sehr schlimm ist, weil fast alles Jungs sind. Gail braucht ca. 25 Mädchen, die sie hier behalten möchte. Bis jetzt haben wir vielleicht 12 oder 14. 
Ich fühle mich sehr geliebt hier ;)
Seit heute ist es aber eins mehr :) Als wir nach dem Melken und Füttern der Kleinen (Es waren heut nur minus ein Grad, sodass alles funktionierte und es schnell ging) zu der großen Herde fuhren, erwarteten uns drei Neueborene. Eines war schon ca. eine halbe Stunde alt, die anderen waren frischer :) Ein Mädchen und zwei Jungen torkelten da auf der Weide herum.
Es ist wirklich unglaublich niedlich, wenn sie erst ein paar Minuten alt sind und versuchen, aufzustehen und herumzulaufen^^
Gleich werden wir wieder auf die Weide fahren, um sie dann in den Stall zu bringen :)

Ich bin sehr froh, hier zu sein. 
Wären wir (wie ja zuerst geplant) zuerst in den Norden gereist, hätten wir jetzt Regen und Überschwemmungen. Es grenzt schon fast an eine Naturkatastrophe, was da oben gerade passiert. Was für ein Glück, dass sich das hier so ergeben hat! Hier ist es zwar am Morgen ziemlich ziemlich kalt (also -4°C war bis jetzt der Rekord), aber sobald die Sonne raus kommt, wird es super schön. 
Der Jungbulle John :) (Sonnenbrille darf nicht fehlen^^)
Und da die Sonne hier so blendet (und das ist auf dem Feld noch schlimmer), muss ich am Nachmittag sogar eine Sonnenbrille tragen (wenn ich sie nicht wie gestern vergesse^^), damit ich überhaupt etwas sehen kann :D 
Was ich über die neuseeländische Milch geschrieben habe, muss ich wieder zurücknehmen! Ich weiß nicht, was mit unserer war - vielleicht hatten wir sie einfach zu lange im Auto ;D Aber die Milch, die wir hier getrunken haben, schmeckt sehr gut! Und nur im Nachgeschmack etwas anders, als unsere Zuhause, was aber einfach daran liegt, dass es eine andere Kuhrasse ist :) Die Mumus hier sind etwas kleiner und haben richtiges Winterfell. Also zumindest die auf dieser Farm ;)
Jannik hat leider noch keine Arbeit gefunden, aber wir hoffen, dass sich das schnell ändert. Ansonsten müsste er erstmal irgendwo weiter weg hin und unsere Wege würden sich trennen, was ja schon ziemlich schade wäre :( 
Also drückt uns die Daumen bitte!! 
Sie versuchen andauernd, meine Nase zu essen :D
Ich werde mal sehen, wann ich das nächste Mal schreibe. Wiegesagt, Internet ist Mangelware und eigentlich passiert ja immer das gleiche :)
Aber ich werd bestimmt mal aktualisieren, wieviele Kälbchen wir schon so haben :)

Bis dahin, haltet die Ohren steif! 
Eure Joe :) 



PS.: Es ist witzig, dass ich jetzt manchmal automatisch einfach in Englisch umschalte, wenn ich schreibe. Jannik passiert das auch schon :D Hoffentlich kann ich noch Deutsch sprechen, wenn ich wieder komme ;)